minimalistische Weihnachten ohne Geschenke ? Warum Konsum nicht die Essenz der Feiertage sein sollte & alternative Geschenk-Ideen

 

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Gold, Weihrauch und Myrrhe - das sollen die Geschenke gewesen sein, die Jesus nach seiner Geburt von den heiligen drei Königen bekommen hat. Nicht gerade die praktischsten Geschenke für ein Neugeborenes, oder?



Ich will damit wirklich niemanden angreifen oder in seinem Glauben verletzen, und diese Geschenke waren sicher eher symbolischer als praktischer Natur, aber sind wir doch mal ehrlich: Erging es uns nicht auch schon oft so? Beschenkt mit wohlwollendem Bemühen von Menschen, die uns eine Freude machen wollten, mit Dingen, die wir nicht wollten oder nicht gebrauchen konnten. Die sich dann in unseren 4 Wänden ansammelten, vielleicht noch ein paar Jahre auf dem Dachboden oder im Keller wohnten, bevor sie letzten Endes im Müll landeten. Und wir bleiben zurück mit einem schlechten Gewissen und jedes Jahr zu Weihnachten kommen neue nutzlose Geschenke dazu.



Warum herrscht zu Weihnachten eigentlich so ein Konsum-Überfluss?



“Schenkt euch Liebe” tönt es seit Ende November doch bereits aus dem Radio. Aber dieses “Liebe schenken” stellt sich heutzutage leider fast ausschließlich in materieller Form dar. Durch Dinge, die gekauft werden, des Schenkens willen, und nicht, weil zuvor gut durchdacht wurde, ob diese Dinge einem das Leben bereichern. Wobei diese Frage ja auch nur jeder für sich beantworten kann, wie ich finde.

Doch von allen Seiten, egal wo man geht und steht, knattern die neuesten Angebote und Geschenk-Ideen auf einen ein. Das “man muss sich was schenken” bekommen wir immer wieder, jedes Jahr auf’s Neue, in der Vorweihnachtszeit eingeimpft, bis es irgendwann selbstverständlich geworden ist.

“Schenkt euch Liebe” tönt es seit Ende November doch bereits aus dem Radio. Aber dieses “Liebe schenken” stellt sich heutzutage leider fast ausschließlich in materieller Form dar.

Überall wird mit lachenden Kindern und glücklichen Familien geworben, man will uns weißmachen, dass mit Geschenk XY auch wir genau so glücklich sein werden. Doch das Glück währt nicht lang, aber all die nutzlosen Dinge begleiten uns meist trotzdem eine Weile. Und liegen uns wahrscheinlich noch auf der Seele, weil “Tante Irma hat sich doch so Mühe gegeben mit dem Geschenk, das muss ich behalten”.



Doch was tun mit ungeliebten Geschenken?



Ich finde, was dein Leben nicht bereichert, nützlich ist, oder dir auf irgendeine Art Freude bereitet, muss auch nicht in deinem Leben bleiben. Marie Kondo hat mal gesagt, dass die Geschenke schon zum Zeitpunkt des Schenkens ihre Aufgabe erledigt haben, da wir uns über den Akt des Beschenkt-Werdens gefreut haben, und so können wir sie danach ruhigen Gewissens gehen lassen.

Die beste und nachhaltigste Möglichkeit ist, alte ungeliebte Geschenke an jemanden weiterzugeben, für den sie einen Wert haben. Wie wäre es mit einer Geschenke-Tauschparty nach den Feiertagen? Jeder bringt etwas mit und vielleicht findet sich unter den anderen Geschenken etwas für dich brauchbareres. Ansonsten ist Spenden immer eine gute Idee, oder verkauf dein ungeliebtes Geschenk einfach über Flohmarkt-Apps an jemanden, der genau DAS gesucht hast, was du loswerden willst.



Noch besser: Konsum verweigern und Geschenke vermeiden



Das klappt vielleicht auch nicht auf Anhieb bei allen Freunden oder Familien-Mitgliedern (ich spreche da aus Erfahrung, denn ich bin selbst ein leidenschaftlicher Schenker), aber mit etwas Glück kann man die Schenkwut seiner Mitmenschen ja auch auf ökologischere Geschenke umlenken. Lies einfach weiter für ein paar Geschenk-Ideen für Minimalisten, die meist auch ganz nebenbei nachhaltiger sind und mit viel weniger Müll auskommen.



Ideen für nachhaltige und nicht materielle Geschenke zu Weihnachten



Etwas zu Essen


Wünsch dir oder verschenke etwas, was man verbrauchen kann. Ein paar besondere Pralinen, die du dir nie selbst kaufen würdest? (schau doch mal hier für ein paar DIY Geschenk-Ideen zum Mit-Liebe-Verschenken)

Oder gleich ein Essen oder Kaffeetrinken zusammen mit der schenkenden/beschenkten Person? So verliert das Geschenk noch mehr den materiellen Charakter und das Beisammensein rückt in den Vordergrund. Ein Gutschein für ein selbstgekochtes Lieblingsessen würde bei einem Foodie wie mir auch ganz hoch im Kurs stehen, da ich zu 95% selber koche und mich so gleich doppelt und dreifach beschenkt fühle.



Zeit statt Zeug - Geschenkgutschein für einen gemeinsamen Nachmittag im Lieblingscafe - Minimalismus Geschenke.jpg

Unternehmungen

Ausflüge, Konzert- oder Festivalbesuche, ein Kinoabend zu Hause oder ein Kurztrip über’s Wochenende (z.B. innerhalb Deutschlands via Katzensprung - unbezahlte Werbung) haben alle einen tollen Geschenk-Charakter, fokussieren sich aber auch auf das Miteinander und die Erlebnisse anstatt auf materielle Dinge.

Solltest du jemanden mit so etwas Beschenken, der genau so wie du gerne Müll sparen möchte, so könntest du auch eine digitale Eintrittskarte oder einen selbstdesignten Gutschein verschenken. Natürlich ist diese Variante sehr extrem (man hat schließlich so wirklich gar nichts “in der Hand”, außer den mündlichen Hinweis auf eine Mail oder andere Nachricht mit Datei-Anhang) und nicht für jeden etwas, aber dennoch eine Überlegung wert. Meiner Meinung nach ist jedoch auch nichts gegen liebevoll gestaltete Karten und/oder Gutscheine einzuwenden, wen sie mit so viel Liebe gemacht sind wie dieser hier auf dem Bild.

Diesen Gutschein für mein veganes Lieblings-Café habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen, inklusive wunderschön-fesstlichem und vor allem selbstgemachtem Handlettering. Über dieses Geschenk freue ich mich besonders, da sie sich darüber Gedanken gemacht hat, mir keinen sinnlosen Krempel zu schenken sondern etwas, was ich wirklich genießen kann. Sowohl in Form von leckerer veganer Torte und Hafermilch Latte als auch durch die Zeit, die sie mir dadurch geschenkt hat.




Zeit, Verständnis und Liebe


Dinge, die man nicht kaufen kann, aber die wir dringend mehr mit anderen teilen sollten.

Oft ist das Schenken ein sehr egoistischer Akt, wie ich finde. Man schenkt des Schenkens willen, damit man “etwas in der Hand hat” und “man muss ja was mitbringen”. Aber eigentlich sollte es doch beim Schenken darum gehen, was die andere Person glücklich machen würde, oder nicht?

Bei den wahrlich schlecht greifbaren Geschenken “Zeit, Verständnis und Liebe” kommt es wohl auch seltener vor, dass diese auf unseren Wunschzetteln stehen. Vielleicht liegt es an jeder/m von uns, in uns hineinzufühlen, ob wir uns nicht eins dieser “Dinge” wünschen. “Ich wünsche mir von dir Unterstützung bei meinem Projekt” oder “Ich wünsche mir mehr Zeit mit dir zu verbringen” sind Wünsche, die kein Geld der Welt erfüllen kann, außer die Person an die sie sich richten.

Oft ist das Schenken ein sehr egoistischer Akt[...]. Man schenkt des Schenkens willen, damit man “etwas in der Hand hat” und “man muss ja was mitbringen”.

Aber eigentlich sollte es doch beim Schenken darum gehen, was die andere Person glücklich machen würde, oder nicht?

Oder nimm dir für dich selbst etwas vor, was du deiner gesamten Umwelt schenken kannst und nicht nur speziell einer einzelnen Person. Gerade in der Vorweihnachtszeit verlieren viele Menschen in all dem Trubel ihren Sinn für’s Zuhören und Aufmerksamsein, den Leuten um sich herum und sich selbst gegenüber. Wie wäre es also, wenn du dich selbst mit etwas mehr Achtsamkeit beschenkst? Das könnte zum Beispiel so aussehen, dass du dir vornimmst, ganz und vollständig da zu sein, wenn du dich mit einem anderen Menschen unterhältst. Kein Handy, kein hektisches Auf-die-Uhr-gucken, kein Planen der nächsten To Do Listen Punkte.

Damit beschenkst du nicht nur dich selbst, sondern auch alle Menschen in deinem Umfeld mit deiner ungeteilten Aufmerksamkeit in Form von Zeit, Verständnis und Liebe.


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