#plasticfreejuly Fazit - Wie läuft der Plastikverzicht einen Monat später?

 

Auch wenn doch etwas später als versprochen will ich dir mein Fazit zum diesjährigen plastikfreien Juli nicht vorenthalten. Wie zufrieden ich im Allgemeinen mit meinem ersten Versuch der Teilnahme am #plasticfreejuly war, was ich in der Zeit gelernt habe und welche Konsequenzen ich daraus für meine Zukunft ziehe erfährst du in diesem Artikel. (Meine "Tagebucheinträge" aus der Zeit im July findest du hier: Woche1, Woche2, Woche3 & Woche4)

 

Plastic Free July - Say No to Single Use Plastic 300ppi.png

Was waren meine Ziele für den plastikfreien Juli?

Bevor wir loslegen, schauen wir uns doch kurz noch mal an, was ich mir überhaupt für den #plastikfreejuly vorgenommen hatte. In meinem ersten Tagebuch Eintrag zum plastikfreien Juli schrieb ich:

"Da ich so gut ich kann weitestgehend schon auf die obengenannten 4 Plastik-Schleudern verzichte, möchte ich in diesem plastikfreien July (der auch mein erster innerhalb meines Zero Waste Lebens ist) meine Gewohnheiten festigen, weitere Alternativen für Plastik in meinem Alltag finden und mich einfach trauen, ein "Öko" zu sein :). Ich werde das Gespräch suchen und hoffentlich den Gedanken des grüneren Lebens weiter verbreiten können.

Außerdem möchte ich dringend endlich mal von meiner Cocosmilch im Tetrapack auf welche in Dosen umsteigen, denn da hab ich einen ziemlich hohen Verbrauch. Nutze Cocosmilch so ziemlich überall vom Kaffee bis zu Rezepten und bin auch was den Geschmack angeht ziemlich pingelig und mag nicht jede. Aber man wächst ja schließlich mit seinen Aufgaben, nech?"

 

Was konnte ich im plastikfreien Juli umsetzen?

Punkt 1 mit dem "einfach mal trauen, mehr Öko zu sein" hat auf jeden Fall gut geklappt. Mittlerweile frage ich zum Beispiel auch bei Bestellungen im Restaurant etc schon vorher nach, wie Dinge serviert werden. Denn auch im schlichten Glas Wasser verirrt sich kurioser Weise oft ein Plastik Strohhalm, mit dem man vorher nicht gerechnet hätte. Auch bei Tee frage ich vor der Bestellung nach, ob dieser im Beutel oder lose serviert wird, denn in Cafés werden leider oft Tees in Pyramiden Beuteln angeboten, weil sie nunmal so chic aussehen. Nur dass die komplett aus Plastik bestehen ist nunmal so überhaupt nicht chic.

Zu meinem Problem mit der Cocosmilch kann ich auch erfolgreich berichten, dass ich sogar meinen Verbrauch an Dosen (die ja leider auch noch innen mit Plastik beschichtet sind! Das Zeug ist echt überall!) reduziert habe und jetzt immer öfter meine eigene Nussmilch mache. Auch Pflanzenmilch aus Hanfsamen und den Resten im Mixer meiner Sonnenblumenkernbutter hab ich schon gemacht und gerade für Haferbrei und Backwaren eignen sich auch selbstgemachte Milchalternativen wunderbar.



Was hat die Teilnahme am plastikfreien Juli noch bewirkt? Was hat sich bei mir verändert?

Ich bin definitiv kritischer geworden und hinterfrage (noch) mehr. Dadurch, dass man in der Zeit vom #plasticfreejuly mit so vielen Informationen gefüttert wurde, konnte man nach und nach immer mehr Bereiche im eigenen Leben hinterfragen, die man vorher noch als Grauzone gesehen hat. Als Grauzone sehe ich in dem Zusammenhang die Themen, die man sich im Kopf schönredet á la "ich mach ja schon x, y und z, aber DAS! Nee, DA mach ich dann halt ne Außnahme, das geht ja nicht anders". Damit will ich jetzt keineswegs sagen, dass wir alle den totalen Zero Waste Perfektionismus anstreben sollten (denn den gibt es nicht!). Habe für mich selbst nur bemerkt, dass je tiefer man in das Thema hineinrutscht, umso mehr lernt man und dementsprechend ändert sich die Sichtweise in solchen Grauzonen auch mit der Zeit.

Desweiteren bin ich mutiger und "lauter" darin geworden, etwas Gutes zu tun, ohne dabei zu viel darüber nachzudenken, was andere von mir halten. Ich bin, wie viele andere auch, nicht als "Öko" auf die Welt gekommen, aber das sollte keinen daran hindern, seinen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Denn das WARUM hinter all den Entscheidungen, die ich und du jeden Tag aufs Neue treffen können, ist viel größer als Unsicherheit es jemals sein kann: eine Welt, derer wir uns nicht schämen müssen, sie unseren Kindern zu hinterlassen. Eine Welt, die wir nicht egoistisch ausgebeutet haben, bis nichts mehr von ihr übrig war. Sondern eine Welt mit Bewohnern, die aus ihren Fehlern gelernt haben und alles ihnen Mögliche tun, um schlimmeres zu verhindern.

Was bei mir durch den Versuch ein müllärmeres Leben zu leben begonnen hat, hat sich auf so viele andere Bereiche in meinem Leben ausgeweitet. Und tatsächlich hängt ja auch so vieles zusammen: Wenn ich minimalistisch lebe, konsumiere ich weniger und produziere weniger Müll. Für mich müssen weniger Ressourcen verbaucht werden. Die Dinge, die ich noch kaufe, kommen von Unternehmen, die ihre Mitarbeiter fair behandeln. Die nachhaltige(re) Materialien verwenden und nicht auf Chemie zurückgreifen. Und die sich gegen Tierversuche aussprechen.

Egal, ob man vom Minimalismus oder vom Veganismus oder Fair Fashion zum Zero Waste Leben gekommen ist oder andersherum, letzten Endes hängt alles zusammen.

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Was nehme ich mir für den plastikfreien Juli 2019 vor?

Nächstes Jahr um diese Zeit möchte ich in meiner Zero Waste Reise so weit sein, dass ich diese Sache mit dem "Trash Jar" (=Müll Glas) im #plasticfreejuly 2019 machen kann. Das heißt, alles an Müll, welcher nicht kompostierbar ist, kommt für einen Monat lang in ein Glas. Da ich im Moment immer noch reichlich Plastik Altlasten aufbrauche, bin ich leider noch weit davon entfernt Zero Waste leben zu können. Trotzdem bin ich zuverlässig, im nächsten Jahr dieses Experiment starten zu können. Gerade für den Anfang deiner Reise zu einem nachhaltigeren Leben finde ich dieses Experiment zwar sehr krass und teilweise realitätsfern, aber ich finde es als Herausforderung doch irgendwie interessant und bin gespannt, was alles möglich ist. Werde dann auch definitiv wieder in Tagebuchform darüber berichten.


Was hast du aus dem plastikfreien Juli in diesem Jahr für deinen Alltag mitgenommen und gelernt? Wo gab es Herausforderungen und (wie) konntest du sie meistern? Ich freu mich auf deinen Kommentar!



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